OUTDOOR
E-BOOK
LENA HASE
Als
nächstes
nahm
sie
einen
nicht
aufgeblasenen
Luftballon,
der
stattdessen
mit
Konfetti
gefüllt
war,
was
sie
aber erst mal geheim hielt.
„Meine Damen und Herren“, verkündete Susanne
lauthals, „der Hase wird jetzt diesen Luftballon für sie
aufpusten!“
Hase
pustete
also
so
gut
er
nur
konnte
und
mit
aller
Kraft
in
den
Luftballon
der
immer
größer
und
praller
wurde.
Dann sah er Susanne fragend an.
„Weiterpusten“, motivierte sie ihn.
Also blies der Hase den Ballon immer weiter auf bis es
einen lauten Knall gab und das Konfetti nur so durch die
Luft flog.
Susanne und Monika applaudierten am lautesten. Dann
ging es zur Rutsche.
„Hase wird jetzt mutig diese Rutsche hinuntersausen und
unten einen Purzelbaum machen“, rief Susanne begeistert.
Währenddessen
stellte
Monika
eine
Torte
in
den
Landungsbereich
der
Rutsche.
Hase
saß
also
ganz
oben
auf
der
Rutsche
und
hielt
dabei
einen
Heliumballon
in
der
Hand.
Dann
verpasste
ihm
Susanne
einen
beherzten
Stoß
und
mit
Saus
und
Gebraus
ging
es
nach
unten
wo
sich
der
Hase
purzeln
überschlug
und
mit
dem
Gesicht
in
die
Torte
klatschte.
Susanne
und
Monika
jauchzten
vergnügt
auf,
was
für
ein
herziger
Anblick.
Monika
strahlte
das
Publikum
mit
weit
aufgerissenen
Augen
an
und
deutete
auf
die
Blechdose.
Den
Cousinen
war
es
auch
gelungen
ein
Dreirad
zu
besorgen.
Darum
ging
es
in
der
nächsten
Attraktion.
Der
Hase
sollte
nämlich
einen
Slalomparkour
fahren.
Noch
leicht
benommen
von
der
Rutschpartie
radelte
er
aber
stattdessen
gegen
den
Pfosten
einer
Kinderschaukel.
Susanne
versuchte
das
Dreirad
mit
dem
Hasen
in
Richtung
Slalomparkour
umzudrehen.
Unter
den
Zusehern
regte
sich erster Protest.
„Unerhört“, rief eine Frau, „was ihr mit dem armen Hasen
anstellt!“
„Ja“,
beschwerte
sich
eine
andere
Besucherin,
„die
wollen
nur
auf
Kosten
des
Hasen
abkassieren.
So
etwas
schändliches ist mir überhaupt noch nie untergekommen!“
„Nein, nein, das bekommt alles der Hase“, verteidigte sich
Susanne.
„Diese Lüge ist doch die Höhe. Eine Frechheit die sich
hier abspielt“, rief eine weitere Person.
Susanne
und
Monika
waren
mittlerweile
vor
Scham
knallrot
angelaufen,
aber
die
Show
musste
weitergehen
und
sie
hatten
unter
den
Leuten
ja
bestimmt
auch
große
Anhänger.
Entkräftet
und
unkontrolliert
fuhr
der
Hase
nun
auf
seinem
Dreirad
weiter
und
kippte
schließlich
vor
Erschöpfung
mitsamt
seinem
Gefährt
um.
Die
Leute
waren
entsetzt.
Schnell
eilte
Susanne
zur
Hilfe
und
beugte
sich
ganz
tief
zum
Hasen
hinunter
wobei
sie
ihren
drallen
Po
in
Richtung
Publikum
streckte.
Genau
in
diesem
Moment
platzte
mit
einem
lauten
Knall
ihre
Reithose
an
der
Mittelnaht auseinander.
Alle
Anwesenden
labten
sich
sichtlich
vor
Schadenfreude
über
diesen
Anblick.
Nun
war
sie
die
Hauptattraktion
des
heutigen
Tages
und
Susanne
wäre
vor
Scham
am
liebsten
unsichtbar
geworden.
Die
Cousinen
hatten
sich
so
richtig
nach
Strich
und
Faden
mit
ihrer
Show
blamiert
und
in
ihre
Blechdose
hatte
auch
keiner
was
reingeworfen.
Es
war
also
höchste
Zeit
diesen
Ort
schnellstens
zu
verlassen
um
mit
Puppe
und
Hase
zu
Fuß
weiter
in
Richtung
Schloss
zu
marschieren.
Irgendwann
würde
sie
die
Kutsche
schon
einholen
und
dann
würden
sie
ja
auch
erfahren
wie
das
mit
dem
Grafen
ausgegangen
war.
Sie
waren
schon
sehr
gespannt.
Und
in
ihren
Taschen
hatten
sie
zudem
noch
genug
Proviant
für
ihre
Wanderschaft
-
was
also
konnte
da
schon schief gehen.
Geeint
durch
ihre
Freude
auf
den
Schlossball
wanderten
sie
zügig
dahin.
Eigentlich
brauchten
sie
ja
nur
der
Poststraße
zu
folgen
und
die
würde
sie
dann
direkt
zum
Schloss
bringen
und
wenn
sie
das
erst
einmal
geschafft
hatten
würde
sich
für
Susanne
und
Monika
eine
ganz
neue
Welt
eröffnen,
denn
auch
wenn
die
Show
am
Spielplatz
ein
kompletter
Reinfall
war,
auf
dem
Ball
würden
sie
da
schon
eine ganz andere Figur abgeben.
„Wenn
man
weiß
was
man
will
ist
alles
ganz
einfach“,
sagte
Susanne
zu
den
anderen,
„man
geht
einfach
immer
nur
seinen Weg geradeaus.“
Sie
formulierte
das
wie
eine
tiefsinnige
Zauberformel
auf
die
erst
einmal
einer
kommen
musste.
Plötzlich
stand
die
Wandergruppe vor einer Abzweigung…
„Zum
Schloss“
stand
dort
in
großen
Buchstaben
auf
einer
Holztafel
die
an
einem
Pfosten
befestigt
war,
aber
der
Pfeil
der
die
Richtung
anzeigen
sollte
war
dummerweise
heruntergefallen. Ratlos betrachtete die Gruppe das Schild.
„Diese Information ist unzureichend“, beschwerte
sich Susanne (möglicherweise beim Schild).
„Wir müssen irgendwie herausbekommen wie der Pfeil
ursprünglich angebracht war, also in welche Richtung“,
meinte Monika.
Die
Cousinen
stellten
fest
das
der
Pfeil
nur
an
einem
einzigen
Nagel
befestigt
war,
also
theoretisch
drehbar
könnte
man
sagen.
Da
hatte
Susanne
einen
absoluten
Geistesblitz.
„Hört
mich
an“,
erklärte
sie,
„die
meisten
sind
ja
Rechtshänder.
Sehr
wahrscheinlich
war
der
Schildermaler
also
auch
Rechtshänder.
Wenn
so
jemand
einen
Pfeil
malt
der
nach
links
zeigt
ist
das
für
einen
Rechtshänder
logischerweise
einfacher
zu
zeichnen
als
ein
Pfeil
der
nach
rechts gezeichnet werden muss.“
„Das
ist
richtig“,
sagte
Monika,
„wir
müssen
uns
jetzt
nur
noch
in
den
Schildermaler
hineinversetzen.
Wenn
es
ein
schöner
Pfeil
ist
nehmen
wir
die
linke
Abzweigung
und
sonst die rechte.“
Puppe
und
Hase
betrachteten
das
ganze
Schauspiel
und
versuchten
sich
ihrerseits
in
Susanne
und
Monika
hineinzuversetzen.
Nach
einiger
Zeit
intensiven
Beratens
wählten
die
Cousinen
dann
einfach
irgendeinen
Weg
aus,
beschlossen
aber
trotzdem
die
Gesamtsituation
nicht
aus
den Augen zu verlieren.
Es würden ja noch mehr Schilder kommen, das konnte
schließlich nicht das einzige Schild auf der ganzen Welt
gewesen sein.
Zu
Fuß
kam
die
Wandergruppe
natürlich
nicht
so
schnell
voran
wie
mit
der
Kutsche
und
langsam
begann
es
zu
dämmern.
Alle
hofften
das
sie
der
Kutscher
und
der
Zwerg
noch
vor
Einbruch
der
Nacht
einholen
würden
aber
allmählich
befürchteten
sie
das
sie
sich
mit
ihrem
planlosen
Aufbruch
im
wahrsten
Sinne
des
Wortes
in
irgendein Ereignis reingeritten hatten.
Abseits ihres Weges entdeckten sie in einiger Entfernung
auf einmal ein blasses Licht. Dort schien es eine
Gaststätte zu geben. Dann brauchten sie wenigstens
nicht draußen zu übernachten. Das weitere Vorgehen war
schnell entschieden - Susanne, Monika, Puppe und
Hase beschlossen umgehend diesem Licht einen Besuch
abzustatten. Als sie das Gebäude erreichten erschien es
ihnen aber nicht gerade so als würde es sich dabei um ein
Gasthaus handeln. Ein Wohnhaus war es aber auch nicht.
Monika beschloss anzuklopfen.
„Hallo, wir kommen von weit her“, rief sie.
Nach
einer
Weile
öffnete
sich
die
Tür
und
dahinter
stand
ein
Mann
der
etwas
unsortiert
in
die
Besuchergruppe
sah,
so
als
hätten
noch
nie
zwei
Damen
in
Gesellschaft
einer
Puppe und eines Hasen an seine Tür geklopft.
Es vergingen mehrere wortlose Momente. Susanne
beschloss schließlich als erste etwas zu sagen.
„Wohnen sie hier?“
„Ja“,
antwortete
der
Mann,
„aber
treten
sie
doch
bitte
ein.
Sie
müssen
wissen
das
ich
nur
sehr
selten
spontanen
Besuch erhalte und ich war daher ein bisschen verwirrt.“
Drinnen
sahen
sich
alle
interessiert
um.
Überall
standen
technische
Geräte
und
Vorrichtungen.
Es
schien
sich
um
Rechenapparate,
astronomische
Messinstrumente
und
vielerlei anderer mechanischer Erfindungen zu handeln.
„Haben sie das alles gebaut“, fragte Monika.
„Ja“, sagte der Mann, „ich bin nämlich Wissenschaftler
und Erfinder, wenn ich mir diese bescheidene Anmerkung
erlauben darf.“
„Das ist ja erstaunlich“, sagte Susanne, „und woran
arbeiten sie gerade?“
„An einem Fluggerät“, antwortete der Wissenschaftler.
„Etwa für Menschen“, staunte Susanne, „das ist
doch aber unmöglich.“
„Nun“,
meinte
der
Erfinder
und
zeigte
den
Cousinen
einen
Plan,
„hier
können
sie
das
Konzept
sehen.
Die
Flugmaschine
besteht
aus
einem
Ballon,
einer
Reisekabine
und
einem
flügelartigen
Antrieb.
Theoretisch
müsste
das
ganze funktionieren.“
Die
Cousinen
glaubten
kein
Wort.
Selbst
wenn
dieser
Mann
Cheferfinder
am
königlichen
Hof
wäre,
würde
das
was
er
da
gezeichnet
hatte
in
der
Realität
noch
beim
Abheben
auseinanderfallen,
soviel
stand
für
Susanne
und
Monika fest.
„Fliegen ist unmöglich“, belehrte Monika den
Wissenschaftler.
„Dann
möchte
ich
die
Damen
gerne
vom
Gegenteil
überzeugen“,
sagte
der
Mann
selbstsicher,
„folgen
sie
mir
bitte
in
den
Anbau
meines
Hauses.
Dort
zeige
ich
ihnen
wie weit ich mit dem Bau meiner Flugmaschine schon bin.“
Sie
gingen
durch
einen
Flur
der
in
eine
Montagehalle
führte.
Und
dort
stand
tatsächlich
etwas
das
dem
Entwurf
auf
dem
Plan
sehr
ähnelte.
Die
Passagierkabine
war
schon
komplett
fertig.
Vom
Ballon
war
aber
noch
nicht
allzuviel
zu sehen.
„Man reist damit also wie in einer Kutsche, nur das
dabei nichts rüttelt“, meinte Monika.
„Wie in einer Luftkutsche“, schwärmte Susanne.
Dann stiegen alle in die Gondel und staunten
wie
luxuriös der Innenraum ausgestattet war. Die Sitze
waren mit edlem Stoff bezogen, stilvolle Tapeten zierten
die Wände und auf einem kleinen Tisch konnte Tee
serviert werden.
„Würden
sie
uns
damit
zum
Schlossball
fliegen“,
fragte
Monika,
„wir
haben
uns
nämlich
verlaufen
und
in
einer
Luftkutsche wollten wir immer schon mal reisen.“
„Das
würde
ich
ja
liebend
gerne
tun“,
sagte
der
Erfinder,
„aber
der
Ballon
ist
noch
lange
nicht
fertig,
der
muss
nämlich
riesengroß
werden
aber
ich
habe
eine
andere
Erfindung mit der ihr ganz leicht zum Schloss kommt.“
Alle
waren
schon
gespannt
was
das
sein
konnte
aber
zunächst
ging
es
wieder
in
den
Raum
mit
den
ganzen
Messinstrumenten
zurück.
Dort
nahm
der
Wissenschaftler
ein
taschenuhrgroßes
Objekt
von
einem
Regal
und
zeigte
es
den Cousinen.
„Hierbei
handelt
es
sich
um
einen
automatischen
Kompass
den
ich
ganz
alleine
konstruiert
habe“,
begann
der
Erfinder
und
alle
betrachteten
neugierig
die
technische
Kuriosität.
Dann erklärte er was es damit auf sich hatte.
„Normalerweise
braucht
man
ja
einen
Kompass
und
eine
Karte,
aber
nicht
jeder
weiß
wie
man
damit
richtig
umgeht.
Bei
meiner
Erfindung
geht
alles
automatisch.
Natürlich
muss
erst
die
Feder
vom
Mechanismus
aufgezogen
werden“,
erklärte
der
Mann
und
alle
hörten
aufmerksam
zu.
Dann deutete er auf einen Pfeil mit einem Sonnensymbol.
„Dieser Pfeil muss zur Sonne zeigen“, sagte der Erfinder
deutlich und alle nickten wissend.
Das hatten sie schon mal verstanden.
„Und
der
andere
Pfeil“,
erklärte
er
weiter,
„zeigt
dann
immer
automatisch
zum
Schloss
weil
er
mit
den
Zahnrädern
verbunden
ist.
Ich
habe
euch
bereits
alles
eingestellt, ihr braucht also nichts mehr zu tun.“
Am
sinnvollsten
erschien
es
allen
heute
in
Haus
des
Erfinders
zu
übernachten
um
am
nächsten
Morgen
beim
ersten
Sonnenstrahl
aufzubrechen.
Doch
wie
sollten
sie
den
Mann
für
den
Kompass
und
seine
Gastfreundschaft
entlohnen? Sie hatten ja überhaupt gar kein Geld mehr.
„Wir geben ihnen zum Dank das Lebkuchenherz vom
Hasen“, bot Susanne an.
„Das
darf
er
ruhig
behalten“,
sagte
der
Wissenschaftler,
„aber
ihr
könnt
mir
trotzdem
helfen
meine
allerneueste
Erfindung auszuprobieren.“
Dann holte er einen Holzkasten und stellte ihn auf den
Tisch.
„Dieses
Gerät
fertigt
automatisch
Bilder
von
Leuten
an“,
erklärte
der
Erfinder,
„ihr
braucht
euch
nur
vor
den
Kasten
zu setzen und eine Weile still zu halten.“
Es
verstand
zwar
keiner
um
was
es
ging
aber
sie
machten
das
Spiel
trotzdem
mit.
Zuerst
war
Hase
an
der
Reihe,
dann
Puppe,
als
nächstes
Monika
und
zum
Schluss
Susanne.
„Und was passiert jetzt“, fragte Monika.
„Ganz
einfach“,
sagte
der
Wissenschaftler,
„die
Bilder
werden
jetzt
entwickelt.
Wenn
alles
gut
geht
und
meine
Berechnungen
stimmen
sind
eure
Abbildungen
morgen
fertig.
Dann
seid
ihr
aber
leider
schon
abgereist.
Aber
auf
jemanden
wie
euch
habe
ich
gewartet
um
diese
Apparatur
auszuprobieren.
Am
nächsten
Tag
kam
die
Reisegruppe
mit
dem
Kompass
sehr
gut
voran
und
alle
erwarteten
das
sie
nun
schon
sehr
bald beim Schloss eintreffen würden.
„Das
mit
der
letzten
Erfindung
habe
ich
aber
nicht
so
ganz
verstanden“,
meinte
Susanne
und
auch
den
anderen
war
dieses
kastenartige
Gerät
ein
Rätsel.
Wie
sollte
das
etwas
zeichnen
können?
Aber
das
war
ja
auch
egal,
schließlich
konnte man nicht alles verstehen.
Unterdessen
waren
im
Haus
des
Erfinders
vier
Bilder
ausgestellt
auf
denen
ein
Hase,
eine
Puppe
und
die
Porträts zweier Cousinen zu bewundern waren.
„Mit diesem Zauberkompass können wir uns nie wieder
verlaufen“, sagte Susanne euphorisch.
„Den müssen wir dem Kutscher zeigen, wir werden ihn
sicher bald treffen“, meinte Monika.
Die Wandergruppe zog also fröhlich und erwartungsvoll
dahin und die Landschaft vor ihnen verlor sich wie
magisch im Horizont.
Aber
kurz
zurück
zum
Haus
des
Erfinders
dem
es
ja
erfolgreich
gelungen
war
eine
Bildermaschine
zu
bauen.
Nun,
aus
irgendeinem
Grund,
vielleicht
war
es
Intuition
oder
spontane
Eingebung
sah
er
sich
noch
mal
die
Tabelle
mit
den
Koordinatenwerten
für
den
automatischen
Kompass
an
und
stellte
mit
einigem
Schrecken
fest,
das
er
den
Richtungspfeil
versehentlich
gar
nicht
auf
das
Schloss
eingestellt
hatte.
Sofort
machte
er
sich
auf
den
Weg
um
die
Cousinen noch rechtzeitig einzuholen.
Monika wunderte sich irgendwann, dass ihnen nach
so vielen Stunden ihrer Wanderung bisher noch keine
anderen Menschen begegnet waren. Das Schloss konnte
ja nicht mehr allzu weit sein. Schließlich beschlossen alle
eine Rast einzulegen um sich zu beraten. Der Kompass
schien zwar perfekt zu funktionieren aber vielleicht
führten ja mehrere Wege zum Schloss. Monika kletterte
auf einen Baum um sich einen Überblick zu verschaffen.
„Siehst du irgendwas“, fragte Susanne.
„Ja“, rief Monika, „dort vorne ist, glaube ich, eine
Poststraße.“
„Aber der Kompass zeigt nicht in diese Richtung“, sagte
Susanne.
„Ich klettere wieder hinunter. Aufgepasst, ich komme!“
Rief Monika.
Puppe
und
Hase
betrachteten
aufmerksam
das
Geschehen.
Die
Cousinen
würden
sich
bestimmt
einen
angemessenen
Reim auf die aktuelle Sachlage machen.
„Hört
mich
an“,
sagte
Susanne,
„ich
habe
eine
Idee
und
die
dürfte
relativ
gut
sein.
Also
wir
teilen
uns
auf.
Ihr
drei
geht
die
Poststraße
entlang
und
ich
den
Weg
den
der
Kompass
anzeigt
und
spätestens
am
Schlossball
treffen
wir
uns
sowieso.“
So
kam
es
also
das
Susanne
jetzt
ganz
alleine
in
einer
verlassenen
Gegend
unterwegs
war.
Während
der
vielen
Stunden
ihrer
Wanderschaft
kamen
ihr
die
philosophischsten
Gedanken
in
den
Sinn.
Zum
Beispiel
hatte
sie
erkannt
das
Kutschen
und
Straßen
eine
Superidee
sind.
Nicht
noch
einmal
würde
sie
sich
einfach
so
zu
Fuß
auf
den
Weg
irgendwohin
machen.
Zum
Schlossball
zu
reisen
um
gemeinsam
mit
ihrer
Cousine
als
Adlige
zu
brillieren
war
aber
auf
jeden
Fall
ein
guter
Plan.
Vielleicht
hatte
das
Fest
ja
bereits
begonnen.
Ohne
Uhr
schwer
zu
sagen,
und
welcher
Tag
war
heute
überhaupt?
Susanne
musste
feststellen
das
sie
in
keinster
Weise
organisiert
war
und
dann
fiel
ihr
auf
einmal
auf
dass
der
Mechanismus
vom Kompass stehengeblieben war.
„Verdammt“, fluchte sie. Sie hatte vergessen die Feder
aufzuziehen.
Was
nun?
Sie
musste
irgendwie
den
Weg
zur
Poststraße
finden,
dort
würde
sie
dann
hoffentlich
die
anderen
treffen.
Aber
möglicherweise
hatte
sie
sich
schon
zu
sehr
in
dieser
verwilderten
Einöde
verlaufen.
Sie
gelangte
in
ein
von
Sträuchern
zugewuchertes
Gebiet
und
hatte
alle
Mühe
sich
durch
das
dichte
Gewirr
aus
Ästen
und
Blättern
ihren
Weg
zu bahnen.
Plötzlich
breitete
sich
eine
weite
Ebene
vor
ihr
aus
und
am
Horizont
erstreckte
sich
eine
gigantische
Gebirgskette
dessen
eisbedeckte
Gipfel
das
Licht
der
Sonne
hell
reflektierte
und
wie
magisch
über
die
Landschaft
warf
und
im
Zentrum
dieses
atemberaubenden
Geschehens
lag
ein
ruhiger See der klar wie Kristall schimmerte.
Das also war der See in den Pixi Mountains von dem
der Kutscher erzählt hatte, dachte Susanne. Er existierte
also wirklich!
Splitternackt
ging
sie
auf
das
Ufer
zu.
Von
den
Bergen
herab
wehte
ein
eisiger,
lebhafter
Wind
der
das
bunte
Laub
der
Bäume
und
Sträucher
herumwirbelte
und
gleichzeitig
durch
Susannes
Haar
strich.
Sie
tauchte
in
das
kalte
Wasser
des
Sees
und
berührte
seinen
von
Kieselsteinen
bedeckten
Grund.
Susanne
spürte
wie
sie
die
Kälte
des
Wassers
durchflutete
ohne
das
sie
dabei
fror.
So
ließ
sie
sich
eine
Weile
dahintreiben
und
gab
sich
dem
puren
Hochgenuss
hin.
Als
sie
den
See
wieder
verlassen
hatte
trocknete
der
eiskalte
Wind
ihren
Körper
und
das
wie
Gold
schimmernde
Licht
der
Sonne
wärmte
sie
im
selben
Moment.
Susanne
betrachtete
noch
eine
ganze
Weile
die
geheimnisvolle
Landschaft
und
beschloss
das
jeder
Mensch
von
diesem
See
erfahren
musste
und
was
sie
heute
sensationelles erlebt hatte.
Eigentlich
musste
sie
jetzt
nur
noch
zurück
zur
Straße
finden
um
irgendeine
Ortschaft
zu
erreichen.
In
ihrer
Eile
hätte
sie
beinahe
vergessen
sich
wieder
anzuziehen,
aber
die Leute würden auch so staunen.
Unterdessen
waren
Puppe,
Hase
und
Monika
beim
Schloss
angekommen.
Die
hohen
Flügeltüren
des
Festsaals
öffneten sich und der diesjährige Schlossball begann…
4
ENDE