OUTDOOR
E-BOOK
LENA HASE
„Das ist unerhört“, schrillte Monika und schmetterte
ihren Schläger zu Boden.
Susanne ergötzte sich am Zorn ihrer Cousine sichtlich
was diese nur noch um so wütender machte.
„Genauso verhält sich eine schlechte Verliererin, liebes
Cousinchen“, provozierte Susanne weiter.
Doch
da
ließ
sich
Monika
dann
doch
nicht
weiter
darauf
ein
sondern
wandte
stattdessen
eine
in
der
Welt
des
gehobenen Niveaus gängige Strategie an.
„Allerliebstes
Cousinilein“,
flötete
Monika
auf
einmal
in
der
bezaubernsten
Stimmlage
die
überhaupt
denkbar
ist,
„genau
wie
ich
seid
ja
auch
ihr
eine
leidenschaftliche
Liebhaberin
erlesener
Literatur,
wie
von
niemanden
je
in
Abrede gestellt werden kann.“
Susanne
ließ
ihren
Spott
zunächst
einmal
ruhen,
konnte
aber
eine
restliche
Erheiterung
nicht
ganz
unterdrücken.
Zunächst
einmal
war
ja
an
Monikas
Aussage
auch
alles
vollkommen richtig. Was also hatte sie vor?
Bekannterweise
verreisen
Aristokratinnen
wie
Susanne
und
Monika
stets
mit
sehr
viel
Gepäck,
schließlich
wollen
sie
ja
auch
in
der
Ferne
auf
keine
ihrer
gewohnten
heimischen
Annehmlichkeiten
verzichten.
Und
eine
dieser
Annehmlichkeiten
ist
der
Luxus
einer
kleinen
Reisebibliothek
mit
einer
Auswahl
sinneserfrischender
Bücher für alle Lebenslagen.
Sogleich
holte
Monika
ein
gezielt
ausgewähltes
Buch
aus
der
Büchertasche
und
legte
es,
weil
ja
kein
Tisch
da
war
auf
den
Boden,
beugte
sich
tief
nach
unten
und
las
den
Titel
vor.
„Gutes Benehmen, heißt diese Buch“, sagte sie,
„bestimmt steht hier auch etwas über Federball.“
Neugierig kamen alle näher um das Buch zu betrachten.
Susanne
setzte
sich
mit
dem
Buch,
bei
dem
es
sich
eigentlich
um
einen
Heubodenfund
handelte,
aber
dazu
später, auf den Picknickkorb und begann vorzulesen.
„Also hier steht“, erklärte sie, „dass beim
Federballspiel niemand verspottet werden darf…“
„Steht das da wirklich“, fragte Puppe nach.
„Darf man sich eigentlich einfach so auf einen
Picknickkorb setzen“, fragte der Zwerg kritisch, „wenn das
Buch ja Gutes Benehmen heißt?“
Susanne blätterte im Buch und wurde fündig.
„Das ist in der Tat erlaubt“, erörterte sie, „nur reinsetzen
ist verboten, je nach dem was man an hat…“
„In eine Brennnessel reinsetzen ist voll super“, mischte
sich Monika ein.
„So weit ich mich erinnere wolltet ihr eigentlich
Federball spielen“, sagte der Kutscher.
„So
ist
es“,
wandte
sich
Susanne
an
alle,
„wir
sollten
also
nicht
rumalbern
sondern
uns
besinnen
um
was
es
hier
in
Wirklichkeit geht…“
„Und um was“, fragte Puppe.
„Ganz
einfach“,
erklärte
Susanne,
„es
handelt
sich
schließlich
um
das
erste
Raststätten-Federballtunier
-
und
wir
haben
es
ins
Leben
gerufen.
Ich
sehe
jetzt
schon
wie
ganz
viele
Menschen
zukünftig,
nur
wegen
uns,
an
diesen
Ort strömen werden.“
„Dann lass uns verdammt noch mal weiterspielen“,
sagte Monika energisch, „wo ist der Federball.“
Alle sahen sich um. Wo war der Federball auf einmal
hin? Hatte er sich etwa in Luft aufgelöst?
„Da! Das Pony steht drauf“, rief plötzlich der Zwerg, der
ihn als erster entdeckt hatte.
„Äh…“, Susanne und Monika stand der Mund offen.
„Ich glaube der ist hinüber“, meinte der Kutscher und
kommentierte damit eigentlich nur das Offensichtliche.
Dann hob Susanne Monikas Schläger auf und stellte
fest das auch dieser irreparable Schäden aufwies.
„Das warst auch du“, klagte sie ihre Cousine an.
„Du kannst ja deinen Schläger immer noch verwenden“,
empörte sich Monika über Susannes Vorwurf.
Dann beugte sie sich zum zermatschten Federball
hinunter um ihre Cousine demonstrativ zu ignorieren.
„Wenn die Damen ihr Turnier beendet haben schlage
ich vor die Weiterreise anzutreten“, sagte der Kutscher
nach einer Weile.
„In welch edlen Worten der Herr Kutscher dies
vorgetragen hat“, nuschelte Monika, und redete dabei
eigentlich mit ihrem Federball.
Es
kam
nun
zu
einer
dieser
kuriosen
Situationen
die
bei
großer
Ratlosigkeit
entsteht
und
niemand
so
recht
weiß
was
er
tun
soll:
Alle
standen
irgendwo
hinblickend
in
der
Gegend
herum
um
auf
diese
Art
und
Weise
so
unauffällig
wie möglich zu wirken.
Wer
weiß
wie
lange
dieser
Zustand
angehalten
hätte
aber
bald
näherte
sich
eine
Kutsche
der
Picknickgesellschaft.
Hase
machte
hoppelnd
Platz
und
die
Luxuskutsche
eines
geheimnisvollen Edelmannes hielt an.
Er
sah
sich
wohlwollend
um,
sondierte
den
Gesamteindruck
und
stand
dann
auf
dem
Kutschbock
auf
um einen freundlichen Gruß in die Runde zu werfen.
„Welch
herrliches
Reisewetter!
Meine
Damen,
ich
grüße
sie
und
ihre
charmante
Reisebegleitung,
Kutscher
und
Zwerg,
meine Hochachtung…“
Dann sprang der Adlige mit einem eleganten Hopser
von seiner Sportkutsche.
„Wohin reisen die Damen, wenn diese bescheidene
Frage erlaubt sei…“
„Wir wollen beim Schlossball mitmachen“, erklärte
Monika.
„Die
Damen
werden
mit
ihrer
Anwesenheit
dieses
berühmte
Fest
ehren,
ich
bin
entzückt.
Ich
selbst
komme
gerade
vom
Jahrmarkt
aus
dem
nächste
Dorf.
Es
finden
ja
so viele Feste heutzutage statt.“
„Dort ist auch ein Fest?“ Fragte Puppe.
„Ja,
in
der
Tat“,
berichtete
der
Edelmann,
„ein
Jahrmarkt
mit
allen
nur
erdenklichen
Attraktionen.
Drunter
und
drüber geht es dort, die ganze Gegend ist auf den Beinen.“
„So wie bei unserem Federballturnier“, spottete Susanne
über Monika als wäre alles allein ihre Idee gewesen.
„Aber meine Damen“, beschwichtigte der Graf, „das
haben sie doch überhaupt nicht nötig.“
„Der
Jahrmarkt
befindet
sich
auf
dem
Weg
zum
Schloss“,
erklärte
der
Kutscher,
„aber
wir
haben
nur
einen
begrenzten
Aufenthalt.
Wollt
ihr
das
Volksfest
trotzdem
besuchen?“
„Ja“, sagte Susanne entschlossen, „wir möchten zum
Jahrmarkt und zum Schlossball.“
„Eine
vorzügliche
Entscheidung“,
schmeichelte
der
Graf,
„auch
ich
gedenke
mich
nun
eurer
Runde
anzuschließen.
Am
besten
fahre
ich
voraus.
Auf
meiner
besonders
hochwertigen
und
schnellen
Kutsche
ist
aber
nicht
genug
Platz
für
alle
auf
einmal
und
daher
schlage
ich
vor
das
jeder
mal
abwechselnd
bei
mir
mitfährt.
Also
Puppe
und
Hase,
die
beiden
ehrbaren
Damen
sowie
der
Herr
Zwerg
und
der
Herr
Kutscher
damit
sich
alle
an
meinem
grandiosen Wagen erfreuen können.“
Es
gibt
Leute,
wie
den
Grafen,
wenn
die
erst
mal
ins
Reden
kommen
dann
stehen
alle
anderen
meist
recht
sprachlos
da
vor
Überwältigung.
Susanne
und
Monika
kam
es
langsam
so
vor
als
würde
der
Graf
so
einiges
dafür
tun
um
interessant
rüberzukommen.
Und
dann
besaß
er
ja
auch
noch
diese
Superkutsche,
dagegen
musste
man
erst
mal
ankommen…
Alle staunten als der Graf auf seine Kutsche hinaufstieg.
„Ich werde zunächst wenden und dann können die
ersten beiden Reisenden zusteigen“, instruierte der Graf.
Im
selben
Moment
knirschte
das
Holz
der
Rennkutsche
und
die
Räder
knickten
nach
innen
ab.
Normal
war
das
schon
mal
nicht…
Einen
Augenblick
später
krachte
das
Fahrgestell
komplett
zusammen
und
der
Edelmann
saß
nun,
die
Zügel
noch
fest
in
seinen
Händen
haltend,
auf
seinem
Kutschbock
auf
der
Erde
während
ein
Reifen
einen
Hang
hinunterrollte
und
schließlich
zwischen
zwei
Büschen stecken blieb.
Susanne
und
Monika
kreischten
vor
Spott
und
Hase
kannte
sich
nun
gerade
überhaupt
nicht
aus.
Die
Cousinen
kosteten
ihre
Schadenfreude
in
vollen
Zügen
aus,
welch
hochjauchzendes
Fest
für
ihre
Sinne
dieser
Anblick
doch
war. Der Graf rappelte sich auf und sah sich verdutzt um.
„Ja, äh…“
„Dieses
Gefährt
besteht
aus
minderwertigen
Holz“,
erklärte
der
fachkundige
Kutscher,
„welches
auf
Hochglanz
gebracht
wurde
um
ein
schillerndes
Erscheinungsbild
zu
bewirken.“
In
diesem
Moment
erreichte
das
schadenfreudige
Gekreische
der
Cousinen
einen
für
das
Gehör
eines
Menschen nicht mehr wahrnehmbaren Frequenzbereich.
Als
sich
die
Lage
beruhigt
hatte
einigte
man
sich
auf
folgendes
Vorgehen:
Der
Graf
würde
mit
der
Postkutsche
bis
zum
Jahrmarkt
mitfahren
und
sein
Pferd
sollte
solange
bei
der
Raststätte
bleiben
und
dann
würde
man
einfach
sehen
was
sich
so
ergibt.
Eine
in
ihrem
Gesamtkonzept
gut
durchdachte Idee also…
Über
der
Ortseinfahrt
nach
Katzhausen
war
ein
schmuckes
Spruchbanner
gespannt.
„Herzlich
Willkommen
zum
diesjährigen
Jahrmarkt“
stand
dort
in
einladenden
Schriftzügen
geschrieben
und
darunter
„Strömt
herein
in
großer
Zahl
zur
kunterbunten
Damenwahl“
und
unter
diesem
Schriftband
wiederum
fuhren
Susanne
und
Monika
in ihrer Postkutsche in das Dorf hinein.
„Huh, was für ein Geschaukel“, stöhnte Monika,
„der Kutscher versteht sein Handwerk.“
„Meine
lieben
Freundinnen“,
sagte
der
Graf,
„sie
werden
sehen
das
ich
ihnen
nicht
zu
viel
versprochen
habe.
Das
Angebot
an
Attraktionen
auf
diesem
Fest
wird
sie
in
allergrößtes Staunen versetzten.“
Und
in
der
Tat,
der
Graf
hatte
nicht
übertrieben.
Überall
spielte
Musik,
Akrobaten
traten
auf,
es
gab
ein
Karussell
und
mehrere
Süßigkeitenbuden,
ach
ja,
eine
Riesenrutsche,
Luftballons
in
Hülle
und
Fülle
und
Zelte
in
denen
Zauberer
und
Sensationen
aller
Art
bewundert
werden
konnten
und
vieles,
vieles
mehr…
Puppe
und
Hase
konnten
es
gar
nicht
erwarten
sich
ins
Getümmel
zu
stürzen.
„Hör
mich
an“,
sagte
der
Kutscher,
„ich
werde
bei
der
Poststation
auf
euch
warten,
aber
wir
müssen
heute
noch
weiter,
weil
ich
bin
ja
Postkutschenfahrer
und
nicht
Ausflugsunternehmer.“
„Wir kommen pünktlich in mehreren Stunden“,
versicherte Susanne und verschwand sogleich mit ihren
Freunden in der Menschenmenge.
„Seht,
meine
Lieben“,
sagte
der
Graf,
„eine
Bude
mit
Geschicklichkeitsspielen.
Ich
werde
euch
jetzt
zeigen
was
ich so kann.“
Susanne
und
Monika
machte
das
eher
ein
wenig
skeptisch
und
misstrauisch:
Erstens
einmal
waren
Puppe
und
Hase
ihre
Lieblinge
und
überhaupt,
wen
wollte
er
mit
seinem
Können beeindrucken, sich selbst, oder was?
Der Graf zahlte dem Spielleiter der Wurfbude einen
Groschen und erhielt dafür drei Wattebäusche.
„Ich
erkläre
jetzt
alles“,
sagte
der
Graf,
„an
der
Zielwand
sind
ja
diese
beiden
dicht
aneinander
liegenden
Luftballons
befestigt.
Es
muss
mir
nun
gelingen
die
Wattekugeln
so
gegen
die
Ballons
zu
werfen
das
sie
dazwischen
steckenbleiben.
Wenn
ich
das
schaffe
darf
ich
mir
einen
der
hier
ausgestellten
Preise
aussuchen.
Was
möchtest
du
haben,
Hase?
Einen
Luftballon
oder
ein
Stofftier?
Und
wie
wäre
es
mit
einem
süßen
Lebkuchenherz
für
dich,
liebe
Puppe.
Eine
der
edlen
Sektflaschen
für
die
Damen, treffen sie ihre Wahl!“
Angespannt
betrachteten
die
Cousinen
die
prall
aufgeblasenen
Zielballons.
Würde
ein
Wattebausch
direkt
auf
einen
Ballon
treffen
hätte
das
einen
dumpfen,
paukenartigen
Ton
zur
Folge,
träfe
der
Bausch
aber
direkt
zwischen
die
Ballons
ergäbe
das
aber
einen
für
den
Gewinn
entscheidenden ploppenden Ton…
Natürlich
hielt
sich
die
Festtagsgesellschaft
nicht
ausschließlich
an
der
Wurfbude
auf,
auch
die
Riesenrutsche
wurde
ausprobiert
und
auf
dem
Karussell
machten
alle
gleich
mehrere
Fahrten
mit.
All
das
ging
allmählich
in
Tanz
und
Gesang
über
bis
der
Gruppe
schließlich auffiel das es längst Abend geworden war.
Sie
mussten
sofort
zur
Kutsche
zurück,
wenn
die
überhaupt
noch
da
war.
Der
Schlossball
würde
jedenfalls
bestimmt nicht zu ihnen kommen, soviel stand fest.
Alle eilten los und sie hatten Glück, die Kutsche stand
noch beim Postamt. Doch wo waren der Kutscher und der
Zwerg?
Schnell ging die Gruppe in das Stationshaus wo sie die
beiden dann auch, bei wenig guter Laune, an einem Tisch
sitzend vorfanden.
„Wir können jetzt losfahren“, sagte Monika.
„Tatsächlich“, meinte der Kutscher, „und das nach
nur sieben Stunden Wartezeit. Wie soll ich meinen Dank
in Worte fassen?“
„Lieber Herr Kutscher“, sagte der
Graf
beschwichtigend, „ich übernehme die volle
Verantwortung für unsere Verspätung. Sie können
sich nicht vorstellen was wir für einen Spaß hatten. Ich
entschuldige mich nochmals umfänglich für alles und
bedenken sie doch wieviel Freude der Hase hatte…“
Das
sollte
ja
auch
jedem
vergönnt
sein,
erklärte
der
Kutscher,
aber
ans
Weiterreisen
war
so
spät
trotzdem
nicht
mehr
zu
denken
und
so
übernachteten
alle
in
der
Poststation
um
am
nächsten
Morgen
so
früh
wie
möglich
aufzubrechen.
Die Fahrt ging in gewohnter Holprigkeit dahin und die
morgendliche Luft wehte erfrischend durch die geöffneten
Fenster.
„Eine herrliche Landschaft“, sagte Susanne.
„Da haben sie recht, meine Liebste“, bestätigte der Graf,
„auch ich reise gerne auf dieser Strecke.“
„Und sie sind ein echter Graf“, fragte Monika nach.
„In der Tat“, sagte der Adlige lächelnd, „was mich aber
nicht vor Wagenpannen bewahrt.“
„Eine Wagenpanne“, spottete Susanne, „wie geistvoll
das so zu formulieren.“
„Liebste, sie machen Geschichten“, frohlockte der Graf,
„freut ihr euch auch schon alle auf den Schlossball?“
„Ja“, sagte Puppe und Hase stimmte zu.
„Der
pure
Luxus
erwartet
sie
dort,
meine
Damen“,
erzählte
der
Graf
schmeichelhaft,
„und
du
Puppe
und
Hase
könnt
den Leuten dann vom gestrigen Jahrmarkt berichten.“
„Und von der Wagenpanne des Herrn Grafen“, ergänzte
Susanne.
Puppe und Hase saßen mit Lebkuchenherz und Luftballon
neben dem Grafen und Susanne und Monika auf der Bank
gegenüber.
„Wie herzig ihr beiden ausseht“, sagte Monika
anerkennend zu Puppe und Hase.
„Und
was
für
ein
schönes
Lebkuchenherz
und
was
für
einen
tollen
Luftballon
ihr
bekommen
habt,
hinreißend“,
mischte sich auch der Graf dazwischen.
„Wer für eine Pause ist hebt jetzt die Hand“, wechselte
Susanne das Thema.
Alle zeigten auf.
„Dann sind wir und ja einig. Kutscher! Anhalten!“
Rief Susanne hinaus.
Der Kutscher zügelte das Gespann und alle stiegen aus.
„Das scheint ja ein recht abgelegener Ort zu sein“,
meinten die Cousinen.
„Die
nächste
Poststation
ist
noch
eine
ganze
Weile
entfernt“,
erläuterte
der
Kutscher,
„hier
gibt
es
weit
und
breit
rein
gar
nichts.
Außer
dieser
Straße“,
fügte
er
noch
hinzu.
„Seht mal“, sagte Monika und zeigte zum
Horizont.
„Du meinst bestimmt die Wolken“, sagte
der Kutscher.
Dann fiel es auch den anderen auf. Es schienen ganz
besondere Wolken zu sein, zart weißlich mit seidenem
Glanz.
„In dieser Richtung liegen die Pixi Mountains“, erklärte der
Kutscher.
„Und dort fahren wir jetzt durch?“ Fragte Susanne.
„Nein“, sagte der Kutscher, „den Weg durch dieses
Gebirge kennen nur wenige. Wir bleiben auf unserer
Straße.“
„Leben dort Menschen“, fragte Monika neugierig.
„Das würde ich so nicht sagen…“, meinte der Kutscher.
„Was
soll
das
für
eine
Formulierung
sein?
Wir
wollen
sofort
wissen
was
es
mit
diesen
Bergen
auf
sich
hat“,
forderte Susanne, „lebt dort wer oder nicht?“
„In
solch
unwirklichen
Gegenden
können
eigentlich
nur
noch
die
Mountain
Men
überleben“,
sagte
der
Kutscher
und
machte
dann
einen
geheimnisvollen
Gesichtsausdruck,
„aber
davon
abgesehen
hat
sich
vor
langer
Zeit
tatsächlich
etwas
außergewöhnliches
in
diesen
Bergen
ereignet.
Aber
das zu erzählen wäre zu dramatisch.“
„Jetzt nicht weiterzuerzählen wäre dramatisch“, sagte
Susanne in wenig freundlichem Tonfall.
„Wir
wollen
die
Geschichte
sofort
erfahren!
Was
hat
sich
vor
langer
Zeit
dort
ereignet?
Wir
sind
sehr
Dramaresistent“, bedrängte Monika den Kutscher.
„Also gut“, begann der Kutscher und alle spitzten die
Ohren.
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